An Hügelwellen träumt's, im Tal, Alt-Dänemark, so heißt es und ist der Freya Saal.

... lautet die zweite Hälfte der ersten Strophe eines berühmten Gedichts. Nein, es stammt nicht aus der Edda, auch kein Skalde hat es erdacht und gesungen. Es ist der Text eines dänischen Nationaldichters und Professors für Ästhetik, Adam Gottlob Oehlenschläger, aus der die dänische Nationalhymne entsprang. 

Adam Gottlob Oehlenschläger

Alt-Dänemark ist der Freya Saal. Kann man seiner Stammesmutter ein schöneres Denkmal setzen als auf diese Art?

Man bedenke: Er hätte Odin, Thor oder Heimdall an die Stelle setzen können, doch er tat es nicht. Von allen Göttern - und davon kennt der nordische Götterhimmel viele - wählte er ausgerechnet Freya - und brachte sie in direkter Verbindung mit Alt-Dänemark.

Doch es geht noch weiter: Wir erfahren von harnischbewehrten Hünen aus alter Zeit. Hier lohnt ein Blick auf unseren Artikel Wie groß waren die Fryas?.

Was wußte Oehlenschläger noch alles von seinen Vorfahren, den Fryas? 

Ist es nicht erstaunlich, was einem Nationalhymnen über die Geschichte eines Landes verraten können?

Was schlummert wohl noch Unentdecktes in anderen Nationalhymnen?

Diese Entdeckung verdanke ich meinem Vater, der beim Singen der (übersetzten) dänischen Nationalhymne eines Fußball-Länderspiels hellhörig wurde und dem ich daher diesen Beitrag widme. RW

Dänisch

Der er et yndigt land,
det står med brede bøge
|: nær salten østerstrand :|
Det bugter sig i bakke, dal,
det hedder gamle Danmark
|: og det er Frejas sal. :|

Der sad i fordums tid
de harniskklædte kæmper,
|: udhvilede fra strid :|
Så drog de frem til fjenders mén,
nu hvile deres bene
|: bag højens bautasten. :|

Det land endnu er skønt,
thi blå sig søen bælter,
|: og løvet står så grønt :|
Og ædle kvinder, skønne møer
og mænd og raske svende
|: bebo de danskes øer. :|

Hil drot og fædreland!
Hil hver en danneborger,
|: som virker, hvad han kan! :|
Vort gamle Danmark skal bestå,
så længe bøgen spejler
|: sin top i bølgen blå. :|

Übertragung ins Deutsche

Es liegt ein lieblich Land
Im Schatten breiter Buchen
|: Am salz'gen Ostseestrand. :|
An Hügelwellen träumt's, im Tal,
Alt-Dänemark, so heißt es
|: Und ist der Freya Saal. :|

Dort saßen in alter Zeit
Die harnischbewehrten Hünen
|: Und ruhten aus vom Streit. :|
Sie zogen aus, dem Feind zum Schaden,
Nun ruhen ihre Gebeine
|: Hinter dem Bautastein im Grabhügel. :|

Das Land ist noch immer schön!
Denn blau umgürtet es die See,
|: Und das Laub grünt so frisch. :|
Und edle Frauen, schöne Mädchen,
Männer und flinke Knaben
|: Bewohnen die Inseln der Dänen. :|

Heil Fürst und Vaterland!
Heil jedem Dänenbürger,
|: Der leistet, was er kann! :|
Unser altes Dänemark wird bestehen,
Solang die Buche spiegelt
|: Ihre Krone in der blauen Woge. :|

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