Der Burgen-Schwindel - Forschung unter fachlicher Kritik


Auf der Suche nach dem Ursprung der Ritterburgen beschloss ich mir von namenhaften Forschern und Instituten empfohlene Standartwerke über die Burgenkunde zu beschaffen und so stapelte sich vor mir ein kleiner Berg von Büchern, die erstaunliches offenbarten. Da es sich bei diesen Büchern um wissenschaftliche Standartwerke handelte, war ich überrascht, das sich auch hier ein Phänomen zeigte, das meist nur Forschern bekannt ist: Gegen alle medialen Veröffentlichung sprachen Wissenschaftler von fatalen Meinungsverschiedenheiten zwischen unterschiedlichen Gelehrten und Veröffentlichungen, die in medialen Berichten keinerlei Beachtung finden. Es scheint tatsächlich bekannt, das Burgen wohl die ersten stattlichen Bauwerke der frühesten Europäer waren - weit vor den ersten bekannten Kriegen. Ja, bereits unsere steinzeitlichen Vorfahren errichteten Wallanlagen mit steinernen Türmen und Fachwerkhäusern - doch nicht etwa um Feinden zu wehren, sondern um dem Wetter zu trotzen, Ernte, Hab und Gut sicher zu verstauen und ein angenehmes Wohnen zu ermöglichen. Der weithin bekannte Mythos des Höhlenmenschen ist hier zu Lande alles andere als belegbar. Wo man menschliche Hinterlassenschaften in Höhlen fand, fand man selten Reste von Haushalten, sondern hauptsächlich Spuren des kurzen Verweilens. Berühmte Ausnahmen schließen in der Regel nur auf einzelne Orte und sind unter Forschern stark umstritten. Das ist auch nicht verwunderlich, denn Höhlen sind rar und schwer zu finden. Sie liegen oft fernab der natürlichen Versorgung und bieten wenig Schutz, es sein denn, ihre Lage, Beschaffenheit und Ausrichtung ist besonderer Art. Was Menschen wohl als erstes schützend wahrnahmen, waren sicher die Bäume. Sie waren zahlreich, standhaft, boten ein Dach und reichlich Nahrung. Ja, die Blätter der meisten einheimischen Bäume bieten sogar alles was der menschliche Organismus zum leben benötigt und selbst im Winter könnte man reichlich Laub kauen, um der Unterernährung zu entkommen. Was die Höhlen betrifft, so stehen die meisten Höhlenmalereien unter skeptischer Kritik. Ja, es sind nicht nur Freigeister die ihre Echtheit bezweifeln, sondern auch gelehrte Wissenschaftler. Was mich betrifft, so stelle auch ich manche Malereien in frage, da sie in nichts den einfachen Zierden der steinzeitlichen Keramikfunde ähneln und wir fast schon sicher sein können, dass die europäischen Steinzeit’ler kein großes Interesse an künstlerischer Darstellung hatten, obwohl sie ganz sicher zu ihrer Erschaffung in der Lage gewesen wären. Was die breite Palette der steinzeitlichen Funde belegt, ist seltene schlichte Kreativität, mit immer wiederkehrenden Mustern und Formen, aber es sind keine Malereien wie aus der Hand Picassos, die zudem auch nur in einer einzigen Höhle vorkommen, die heute niemand mehr betreten darf.

Ein weiterer Irrglaube scheint in der Deutung der megalithischen Bauten zu keimen. Es ist kein Geheimnis, das ratlose Wissenschaftler den Kult-Begriff lieben, um möglichst für alles eine Erklärung parat zu haben, von dem sie keinerlei Ahnung haben. Es scheint fast, als sei es ihnen peinlich zuzugeben, das sie als Wissenschaftler mal etwas nicht wissen - doch da gibt es ja die allgemein anerkannte Ausrede des sogenannten „Kultes“, der sich nicht belegen lässt. Ich persönlich liebe das Unwissen - wozu wäre sonst mein Forscherdrang gut? Sich zu irren, bestätigt die ehrliche Forschung.

Burgenkunde

Wir finden in fast allen europäischen Ländern Burganlagen - sogar über deren Grenzen hinaus. Was die wenigsten wissen: einige dieser Burgen sind von der Forschung als megalithisch datiert. Sie stammen aus der Steinzeit und sind an die sechstausend Jahre alt. Wie kommt es nur, das niemand davon weiß? Passt dies nicht ins Bild des romantischen Mittelalters? Das ein oder andere Mal findet solches Wissen sogar den Weg in Fernseh-Dokumentationen - jedoch scheinen die hier fehlenden Ritter solches Unbehagen hervorzurufen, das man sich schnell mit größter Erleichterung an den Kult erinnert und dann schnell die Küchenräume, Kornkammern und Wohnräume streicht, welche wir zum Beispiel auf den Orkneys finden - samt Türmen, Ringmauern und zahlreichen Nebengebäuden. Die offiziell besterhaltenen Burgen steinzeitlichen Ursprungs, sind auf Sardinien zu finden. Die Nuraghen-Burgen sind erstaunlich und offenbaren in ihrer Rekonstruktion Bilder, die uns erstaunlicherweise an die Burgen in Deutschland erinnern. Könnte es sein, das sich hier ein Geheimnis offenbart, das undenkbar erscheint? Was wäre, wenn die ursprünglichen Burganlagen (zum Beispiel jene am schönen Rhein) in ihrer Urform gar nicht im Mittelalter, sondern tausende Jahre zuvor errichtet wurden?

Bevor jetzt jemand unbedacht mit erhobenem Schwert auf mich losspringt: Hört Euch an, was das wissenschaftliche Standartwerk der „Burgenkunde“ von Otto Pieper berichtet und fragt Euch, woher ihr Euer augenscheinliches Wissen über die Burgen habt. Waren es vielleicht Schulbücher und Fernsehbeiträge? Folgendes schreibt ein Forscher, der sein Leben lang von Burg zu Burg und von Buch zu Buch reiste, und noch heute als der größte deutschsprachige Fachmann für Burgenkunde gilt:

Aus rechtlichen Gründe habe ich den Inhalt des Werks hier frei, aber dennoch inhaltlich getreu, aufgeschrieben.

„Nur in seltensten Fällen ist die Erbauungszeit eines burglichen Bauwerks, dass uns als belehrendes Beispiel dienen könnte, wirklich bekannt. In beinahe allen Fällen müssen wir uns mit der Kunde zufrieden geben, die eine namentliche oder örtliche Nennung in Urkunden oder dergleichen hinterlässt. Hierbei ist die Regel, das der Berchfrit (Turm) sowie eine äußerste Ringmauer oder ein Wall, älter als die erste urkundliche Ernennung ist, wodurch der gegebene zeitliche Anhalspunkt aus den Urkunden noch unsicherer wird. Hinzu kommt, das urkundliche Erwähnungen meist lückenhaft sind.“

Bedenken wir das ein von einem Wall umgebener Turm mit Nebengebäuden steinzeitlichen Burgen entspricht, so muss jedem klar werden, das beinahe jede Burgdatierung infrage zu stellen ist, zumal fast alle Burgen um zwölfhundert erbaut wurden - in einer Zeit der Wissensvernichtung, die mehr als auffällige Lücken hinterließ. Doch es folgt noch überzeugenderes: Man hat bei zahlreichen Grabungen festgestellt, das ein nennenswerter Teil der deutschen Burgen Spuren steinzeitlicher Wallanlagen aufweist. Das Berchfrit und Ringmauer zudem undefinierbar älter als alle weiteren Burggebäude sind, lässt zusätzlich aufhorchen und „deutsche Burgen spielen ihre wesentliche Rolle in der zweiten Hälfte des Mittelalters“, so Otto Pieper. „Nachweislich wurde deren Großteil aber erst zu dieser Zeit NEU-erbaut.“

Sind unsere Burgen also sehr viel älter als das Mittelalter? Wie sahen sie aus, bevor man sie NEU-erbaute?

Pieper berichtet auch, das viele Forscher der Meinung seien, das der Burgenbau den Römern zu verdanken sei. Sieht man davon ab, das die Römer ihre Kultur von den Griechen erbten und kretische Griechen von Vorbildern aus dem westlichen Norden berichteten, wurde zudem nachgewiesen, das der Großteil der deutschen Burgen in Gebieten errichtet wurde, die nie von den Römern eingenommen wurden. Auch die Existenz viel älterer und ferner Burganlagen widerlegt die romanische Erfindung der Burg. Die Archäologie bestätigt zudem, das die jüngeren Germanen über Jahrhunderte hinweg keinerlei Interesse zeigten, die römische Kultur zu übernehmen oder nachzuahmen. Es scheint fast so, als hätten sie den römischen Fortschritt zunächst sehr bewusst gemieden.

Verschwiegenes Problem in der Forschung

Jene Urkunden, in denen die Burgen datierbare Erwähnung fanden, stammten aus der gleichen Hand wie das angebliche Wissen von Caesar, Tacitus und vielen weiteren. Oftmals Jahrhunderte nach deren Zeit, überlieferten Christen die Schriften der frühen Geschichte. Alles was wir zu wissen meinen, wurde von jenen niedergeschrieben, die systematisch das germanische und antike Erbe beseitigten. Jahrhundertelang verfolgten und folterten sie Menschen, formten unter Zwang und Drohung die Gesellschaft zu ihrem Vorteil und trotz alledem sollen genau diese Verbrecher eine seriöse und zuverlässige Geschichtsschreibung überliefert haben? Ganz sicher nicht, wie zum Beispiel die Historikerin Catherine Nixey in ihrem Buch „Heiliger Zorn“ bestätigt. Sogar Radio Deutschlandfunk rezensierte in einem Podcast offen über dieses schwerwiegende Problem.

Bautechniken und Details

Nun kommen wir kurz zu den Mauertechniken der Burgen und den verwendeten Steinen. Die meisten werden es bereits ahnen: Dieser Bereich wird ebenfalls seit über 150 Jahren erforscht und man hat durch viele Faktoren ein erstaunliches Wissen zusammentragen können. Das Material, die Form der Bearbeitung und die Weise der Verbauung lassen ebenfalls Fragen offen und deuten auf ein beachtliches Missverständnis in der Datierung der Burgen. Besonders an Türmen und umgebenden Wällen. Was kaum jemand weiß: Auch die sogenannten „Germanen“ bauten mit rotem Lehmziegel und das möglicherweise sogar früher als die Römer selbst. Zu belegen ist das bisher aber noch nicht. Jedoch haben wir architektonisch auffällige Burgen aus dem anscheinend achten Jahrhundert, die erstaunliche Merkmale aufweisen, wie etwa die Allerburg in Thüringen. In diesem kleinen Beitrag näher darauf einzugehen, ist aber viel zu komplex. Dies zu erforschen bleibt jedem durch die „Burgenkunde“ von Otto Pieper und weiteren selbst überlassen. Doch eines möchte ich noch andeuten, das mit den Steinen zusammenhängt: Es sind die Steinmetzzeichen, deren Herkunft und Bedeutung trotz intensiver Forschung bis heute nicht bekannt ist. Es sei nur so viel verraten - es gab sie bereits 2500 Jahre vor den ersten Steinmetz-Hütten (!) und sie ähneln den Runen (anscheinend ohne jeden kulturellen Bezug) in ganz Europa und weit über dessen Grenzen hinaus. „Wir dürfen auch nicht übersehen,“ so Pieper, „das es den altrömischen wie auch den mittelalterlichen Handwerkern schwergefallen wäre ihre Initialen einzumeißeln, da sie des Schreibens selten kundig waren.“

Ich möchte definitiv nicht den Anschein erwecken das Otto Pieper der Meinung war, das die Burgen allesamt in der Steinzeit erbaut wurden. Gerade auch die Jahrhunderte fortgeführten Umbauten der Anlagen haben sicher nichts mit der Megalithkultur zu tun. Pieper betont aber mehrfach deutlich, das er das Thema der Vorzeit in seinem Werk „Burgenkunde“ nur kurz hält und schreibt eindrücklich über die frühen Grabungsergebnisse, die mittelalterliche Burgen mit der frühen Vorzeit verbinden. Er drückt sich durch sein Werk hinweg derart vorsichtig in Bezug auf Datierungen aus, das er unmöglich nur ein paar Jahrzehnte gemeint haben könnte. Ja, in einem verschachtelten Absatz, der selbst in der dritten Auflage mehr als auffällig zu lesen ist, lässt er möglicherweise ein Jahrtausend hin zufließen. Dabei wird in übermächtigen Fußnoten auf unzählige Quellen verwiesen. Pieper wusste sehr genau wovon er schrieb.

Während meiner Recherchen habe ich nebenbei unzählige Dokumentationen zu Steinzeit, den Germanen und Burgen geschaut, um mir ein Bild des öffentlichen „Wissens“ zu machen und so muss ich an dieser Stelle deutlich feststellen, das eine Vielzahl von Wissenschaftlern durchaus ehrlich vor die Kameras tritt. Ihre teils schwer verständlichen Fachreden werden von den Kommentaren der Filmemacher jedoch so beharrlich in eine bestimmte Richtung gelenkt, das dies nicht dem Zufall oder der Dummheit der Sprecher zuzuschreiben ist. Dafür ist dieses Vorgehen zu stet und immerhin von Lektoren abgesegnet. Vielen fällt es schwer den Fachleuten im Wort zu folgen - aber der Kommentar des Sprechers bleibt den meisten im Gedächtnis. Lasst Euch nicht ein „vielleicht“ als „Fakt“ verkaufen. Wer des anderen Wort verdreht, gehört nicht ins öffentliche Interesse. Die Scham über die unprofessionelle Arbeit meiner Kollegen ist manchmal unerträglich.

War es nicht das angebliche Mittelalter, dessen Geschichte von der Kirche und ihren einzig schreibenden Mönchen geprägt war? War es nicht deren höchstes Ziel, Wissen zu formen und unliebsames zu verbrennen? Universitäten veröffentlichen Forschungsergebnisse zu den Fälschungen dieser Zeit und man weiß, das möglicherweise sogar ganze Jahrhunderte und große Herrscher von der Kirche erfunden wurden, um zu Vertuschen, die Macht Gottes zu stärken und die Menschen auf christliche Linie zu bringen. Mit List und auch mit Gewalt.

Es scheint also, dass es gar nicht so viele „Ritterburgen“, sondern ursprünglich viel mehr „steinzeitliche Burgen“ gab und gibt und das selbst der Ausspruch: „Wir wollen doch nicht zurück in die Steinzeit“, Bedarfslenkung ist. Wenn es keine grunzenden Höhlenmenschen gab, was haben uns die Burg-Erbauer hinterlassen? Was hat man aus den Geschichtsbüchern gestrichen, was wurde sonst noch verbrannt und versenkt und vor allem warum?

In einem späteren Film gehe ich auf ein weiteres Phänomen früher Architektur ein: Dem Fachwerkhaus. Keine Angst – es ist allgemein bekannt und höchst wissenschaftlich, das man in der Steinzeit Fachwerkhäuser baute. Sie ähneln in ihrer Rekonstruktion erschreckend den anscheinend mittelalterlichen Bauten: Man nennt sie Pfahlbauten und ihre Bauform ist mit der jüngeren absolut identisch. Einzig nicht nachgewiesen ist, auf welche Weise das Gebälk verbunden wurde und so geht man von einfachen Seilverbindungen aus. Allerdings fand man bereits Holzverbindungen aus jener Zeit, die einem modernen Tischlerlehrling als die schwierigste handwerkliche Holzverbindung bekannt ist: „Die Gratleiste“ - gefunden an fünftausend Jahre alten Holzrädern. Soll man da wirklich nicht in der Lage gewesen sein, einen einfachen Zapfen zu erschaffen? Aber hierzu bald viel mehr ... TvL



 

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