Kleine Chronik der Forschung

Forschungschronologie zur Linda-Chronik


  1. Archäologisches Neuland: Entdeckung der Pfahlbauten (1853)
  2. Ein Jahrhundertfund: Die Entdeckung Trojas durch Heinrich Schliemann (1871)
  3. Die erste Übersetzung und zwei Papieranalysen der OLH (1872)
  4. Ein Silberkessel und Grabungen am Indus bestätigen nordische Siedler in Indien (1891)
  5. Nordeuropa als Heimat des vierrädrigen Wagens? (1894)
  6. Das bislang älteste Ruder der Welt (1923)
  7. Der bislang älteste Pflug der Welt stammt aus Ostfriesland (1927)
  8. Symbolhistorische Forschung (1933)
  9. Strandlinienforschung (1934)
  10. Versank die Fryas-Kultur in der Nordsee? (1998)
  11. Steinzeit-Holzrad (mit Gradleiste) (2009)
  12. Der »Burckle Impact«: Weltweit gefundene Kometeneinschläge um 2200 v. Chr. (2010)
  13. Internetpionier (2011)
  14. Der Swift/Tuttel-Komet (2013)
  15. Steinzeit-Fachwerk (2015)
  16. Die DNA von Briten und Friesen sind nahezu identisch (2015)
  17. Die erste phönizische DNA ist europäisch – Karthago eine Staatsgründung von Europäern (2017)
  18. Das erste Fryas-Wörterbuch (2018)
  19. Arbeitsgrundlagen für die Forschung (2020)
  20. Archäologische Spurensuche (2021)
  21. Aufdeckung Europaweiter Sagen und historischer Erinnerungen

 

1853


Archäologisches Neuland: Entdeckung der Pfahlbauten


Im Winter 1853/54 werden im Zürichsee (Schweiz) bei außergewöhnlich niedrigem Wasserstand Überreste von Wohnungen entdeckt, die auf Pfählen an Seeufern gebaut wurden. Da sie in der archäologischen Forschung bis dahin völlig unbekannt gewesen sind, werden sie vom Schweizer Altertumsforscher Ferdinand Keller als Reste von Siedlungen erkannt, der ihnen den Namen Pfahlbauten gab.

Vor diesem Fund konnte man aus den Berichten der Geschichtsschreiber über Pfahlbauten nichts erfahren, außer dasjenige, was Herodot (Lib. v.c. 16) über die Päonen schreibt. Eine einzelne Spur fand man in einer der Darstellungen auf der Trajansäule, auf der die Zerstörung eines Pfahldorfes in Dacie abgebildet ist. Umso bemerkenswerter stechen so in den OLH gleich zwei Berichte von Rheinreisen zu Pfahlbauern in der Schweiz hervor, wovon der jüngere auf etwa 260 Jahre v. Chr. datiert werden kann (Menkens, S. 243, Wirth S. 112).

Das Besondere daran ist nicht nur die Beschreibung der Pfahlbauern und der Schweiz als Wohnort solcher Menschen, sondern vor allem die Tatsache, daß später als in diesem Bericht bei keinem Chronisten irgendwo eine Meldung über die Pfahlbauten erwähnt wird und diese Tatsache durch zwei Jahrtausende hindurch vollkommen unbekannt geblieben ist. Die Logik diktiert uns daher, daß niemand einen solchen Bericht in späteren Zeiten hätte erfinden können.


1871


Ein Jahrhundertfund: Die Entdeckung Trojas durch Heinrich Schliemann


Heinrich Schliemann findet allen Kritikern zum Trotz und entgegen den Annahmen und dem Rat von hochangesehenen Wissenschaftlern bei seinen Ausgrabungen im Hügel von Hissarlik an den Dardanellen das homerische Troja. Was bislang für eine Sage und Phantasie gelehrter Griechen gehalten wurde, wird auf einen Schlag historische Realität. So bekommt der Bericht in der OLH über die Trojaner gleich doppeltes Gewicht: Er bestätigt nicht nur den Trojanischen Krieg, sondern schildert zudem, daß es Trojaner (!) waren, die Rom erbauten (Menkens S. 273, Wirth S. 122).


1872


Die erste Übersetzung der OLH


Jan Gerhardus Ottema übersetzt die Linda-Chronik – Frieslands, Hollands und Deutschlands ältestes Geschichtsbuch – 1872 ins Niederländische mit Transliteration der Handschrift und unterzieht sie einer Papier-, Sprach-, Schriftzeichen- und inhaltlichen Analyse

Papieranalyse

Durch eine Papieranalyse und dem Vergleich mit anderen Handschriften aus dem 13. Jahrhundert erbringt er den wissenschaftlichen Beweis, daß die Linda-Handschriften tatsächlich aus dem 13. Jahrhundert stammen und sich in 4 sehr wichtigen Punkten vom damaligen Papier (19. Jhd.) unterscheiden:

a) in der Breite der horizontalen Wasserlinien (2 mm im Vergleich zu maschinellem Papier 1,85 mm oder zu schwerem englischem Briefpapier 1,65 mm)
b) dem Fehlen von Chlor, bewiesen durch negativem Silberreaktionstest
c) dem Fehlen von pflanzlicher Stärke (Amylum), bewiesen durch negativen Jodreaktionstest
d) Die Wasserlinien sind äußerlich nicht sichtbar (im Gegensatz zu maschinellem Papier)


Sprachanalyse

Der Sprachforschung war schon lange vor dem 19. Jahrhundert bekannt, daß die ursprüngliche friesische Sprache sich höchstens bis zu den Kreuzzügen gehalten hat und danach bis zur Unkenntlichkeit immer weiter verwässert wurde. Ottema zitiert dazu ein Werk von 1805 (!) des Sprachforschers T. D. Wiarda und erbringt damit zugleich den Gegenbeweis, daß Cornelis over de Linden, der Eigentümer der Handschrift, diese mangels Sprachkenntnis gar nicht hätte fälschen können.

Ortsidentifizierungen

Ottema legt mit seiner OLH-Übersetzung und seinem – der heutigen Forschung weitgehend unbekannten – zweitem Werk „Historische Anmerkungen“ den Grundstein für die Identifizierung der Orte in den Berichten der OLH. Den aktuellen Forschungsstand dazu stellt das Ortsverzeichnis auf twiskland.de dar.


1891


Ein Silberkessel und Grabungen am Indus bestätigen nordische Siedler in Indien


H. Wirth über den Silberkessel von Gundestrup (Jütland) und die Ausgrabung von Mohenjo-Daro:
„(Dieser) ... stellt also ebenfalls die Verbindung mit dem fernen Südosten, mit Hellas und Indien, dar. Und in diesem Zusammenhang gewinnen die Sagen von der Rückkehr Frisos (aus Indien, d. Verf.), welche außer in der Ura-Linda-Chronik auch in jener Chronik von Worp van Thabor wie Occo Scarlensis u.a. erscheinen, doch einen anderen geschichtlichen Hintergrund. Diese indischen und ionischen Nachfahren einstiger nordischer Volkspflanzungen haben diese Motive mitgebracht, wie noch bis heute in der indischen Kultsymbolik das Motiv des Schwanengeleitbootes mit dem Jul Wraldas … volkläufig geblieben ist. Und nur so erklärt es sich, daß der Gundestrup-Kessel in dieser Gestalt im Nordseegebiet entstehen konnte. Für das Problem der überseeischen Volkspflanzungen nordischer Seefahrer in Vorderindien hat die Ausgrabung von Mohenjo-Daro, am Unterlauf des Indus, im Sindh, nunmehr wichtigste Anhaltspunkte gegeben.“  (ULC, S. 279)



1894


Nordeuropa als Heimat des vierrädrigen Wagens?


Das Steinkammergrab von Züschen wird entdeckt – ein Galeriegrab aus dem 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr., das wegen seiner eingeritzten Bildzeichen eine Sonderstellung unter den Megalithanlagen einnimmt. Dort wurde nämlich die älteste Abbildung eines Streitwagens gefunden, wie er auch auf schwedischen Feldbildern erscheint, die auf eine Entstehung um 3300 v. Chr. geschätzt wird (vgl. Holzrad-Funde in Olzreute 2009 weiter unten).

„Gustav Neckel wies 1944 vor allem auf die lange nordeuropäische Tradition der Pferdeopfer und die frühe Kenntnis des Wagens, vermutlich auch des Streitwagens hin. Jüngste Forschungen bestätigen nunmehr: Nordeuropa war höchstwahrscheinlich tatsächlich Heimat des vierrädrigen Wagens und könnte auch ein frühes Domestikationszentrum des Pferdes gewesen sein.“ (Krüger, S. 288f)


1923


Das bislang älteste Ruder der Welt


wird gefunden: Das Paddel von Duvensee (Schleswig-Holstein). Sein Alter wird in den 1920er Jahren in die Zeit des Mesolithikums (10.000 – 4000 v. Chr.) datiert. Eine Radiokarbonanalyse aus den 80ern ermittelte das Jahr ca. 8400 v. Chr.


1927


Der bislang älteste Pflug der Welt stammt aus Ostfriesland


Der Pflug von Walle (Landkreis Aurich, Ostfriesland). Doch in nur 80 Jahren wird der „Älteste Pflug der Welt“ zum „Ältesten Pflug Deutschlands“ degradiert.

Die Zeitungen titelten „Der älteste Pflug der Welt“ (Köllnische). Auch die Fachwissenschaft war begeistert: „Der älteste Pflug der Welt: in Deutschland“ (Rytz) und „Der Holzpflug von Walle und die älteste Landwirtschaft auf ostfriesischem Boden“ (Behrens).
Noch voller heimatlichem Stolz, begann ab den 50er Jahren seine Abwärtskarriere: Ursprünglich auf 5000-6000 Jahre (Jungsteinzeit) datiert, verkürzte man sein Alter in den 50ern durch eine „neue Einordnung“ auf nur noch 4000 Jahre (Bronzezeit). Den Gnadenstoß gaben dem vormals ältesten Pflug der Welt dann „neuere Messungen“ im Jahre 2007, die die beinahe Halbierung seines Alters dann „wissenschaftlich“ zementieren sollten, nämlich auf den Zeitraum 2000-1500 v. Chr.

2002 gab die Ostfriesische Landschaft (Regionalverband für Kultur, Wissenschaft und Bildung) auf ihrer Internetpräsenz ein Infoblatt über den Fundort Walle heraus, in dem dem vormals ältesten Pflug der Welt immerhin noch europaweiten Ruhm gewährt wird: „Walle ist der Fundort des ältesten Pfluges Europas.“ Schlägt man den Pflug heute, im Jahre 2021, auf der Wikipedia nach, heißt es nur noch „der bisher älteste bekannte Pflug Deutschlands und einer der wenigen archäologischen Funde dieser Art in Europa.“.

Wie sich die Forscher bei ein und demselben Gegenstand um 2500 Jahre (!) vertun konnten und wie ein und derselbe Gegenstand zwei ganze Kulturepochen (von der Jungsteinzeit in die Bronzezeit) „überspringen“ kann, wird dagegen nicht erklärt.


1933


Symbolhistorische Forschung


Der gebürtige Niederländer und Deutschkenner Prof. Dr. Herman Wirth untersucht die Linda-Chronik auf Grundlage seiner neu entwickelten symbolhistorischen Methode: Da, wo die Schriften schweigen, müssen die Steine sprechen. „Denn die Chronik erzählte mir da, was ich mein ureigenstes Arbeitsergebnis wähnte.“ Wirths Erläuterung seiner neuen Forschungsmethode:

„Da, wo der Weg der Erkenntnismöglichkeit bisheriger Forschungsmethoden endet, setzt nun die neue geistesgeschichtliche Forschungsmethode, die symbolhistorische ein. Sie vermag die schriftgeschichtliche Periode als die gesicherte Grundlage geschichtlicher Erkenntnis entsprechend in ihre Vorstufe, die sinnbild-, symbolgeschichtliche Periode, als urschriftgeschichtliche, zu verlängern. Und zwar bis dahin rückwärts, wo die Symbolik erstmalig als abstrakte, ideographische Linearzeichen in Erscheinung tritt.“

Dazu ist allerdings 10 Jahre zuvor erst eine systematische Grundlagenforschung zur Symbolgeschichte notwendig, für die er alles Erreichbare im Schriftgut, im Forschungsstand, in den Museen und den Freilichtdenkmäler sichtete. Die Betonung liegt deswegen auf „alles Erreichbare“, da „erfahrungsgemäß oft geistes-, symbolgeschichtlich wichtigste Fundstücke … nicht veröffentlicht und sogar nicht ausgestellt worden (waren), sondern … friedlich in Muserumsmagazinen (lagerten).“ (Wirth 1960, S. 20) Zudem führt er selbst archäologische Grabungen in Friesland (siehe Ziegelsteinfund-Rekonstruktion unten), Skandinavien u. a. Ländern durch. Seine Forschungsergebnisse veröffentlicht er im dokumentarischen Teil seiner Übersetzung der Ura-Linda-Chronik (1933), die er in elf Hauptmotive unterteilt:

  • Das sechspeichige Rad als Sinnbild Gottes und der Zeit: Wralda und Krodo
  • Krodo-Ul und das Schwangeleitboot
  • Das Zeitenrad Wraldas und Krodos, der Gott in und mit dem Rade und die Ilgenkrone
  • Der Schmuck als Bitte um Lichtsegen des Weltengottes
  • Volksmutter und Burgmaid
  • Der Turm der Volksmütter und die heilige Lampe
  • »Die arge Zeit«. Die postglaziale Klimaverschlechterung im Nordseekreis
  • Altland – Atland
  • Das Finda-Volk und der Magy
  • Das »Germanen«-Mädchen von Egtved
  • Buddha in Alt-Inguäonien


Einer der wichtigsten sprachgeschichtlichen Nachweise Wirths ist, daß der überlieferte Name Gottes, Wralda, den alten Völkern bereits bekannt war:

„Von größter Wichtigkeit ist der überlieferte Name Gottes, Wralda, dessen ältestes Sinnbild das Jul wäre. Die hier ungekürzte Form, welche sonst altfriesisch wrald und warld ... althochdeutsch weralt ... lautet, neuniederländisch wereld ... hat in diesen germanischen Sprachen die Bedeutung von Zeitalter (lat. saeculum), Welt, Schöpfung, Erde (als Wohnsitz der Menschen) ... Und allein (schon) diese Tatsache, daß die Ura-Linda-Handschrift den Namen Wralda uns als den Gottesnamen überliefert und als sein ältestes Sinnbild das 6-speichige Rad, das Welten- und Jahresbild, aus dem die Schrift mit der Sonne herum entstanden ist, diese Tatsache allein genügt, um die Quellenechtheit der Ura-Linda-Handschrift zu beweisen.“
P. Alexander resümiert: „Gerade die Kombination mit vielen weiteren Symbolen und daraus gebildeten Mythen sind für Wirth eindeutige Beweise für einen echten Kern dieser überlieferten Handschrift. Darüber hinaus ist bekannt, daß es in vielen Bauernhöfen – auch z.B. Flanderns – solche alten Handschriften der jeweiligen frühesten Geschichte des Hofes gab. Sie wurden z. T. nach dem ersten Weltkrieg als sogenannte Teufelsbücher von den Kirchen eingezogen.“

Der Turm bzw. die Burg der Volksmütter werden bezeugt durch die bronzezeitliche Kultur der Nuraghen, d. h. Wohn- und Wehrtürmen, die eng verwandt sind mit den irisch-schottischen Crannogs und Brochs, den Trullis Apuliens und den Talayots der Balearen. Er weist auf die Großsteingräberfunde von der Nordsee bis zum Mittelmeer hin und bringt viele konkrete Beispiele dafür.

Er beweist weiterhin, daß das Mütterzeitalter durch Votivsteine, Matronensteine, Skulpturen u. ä. sowie durch eine Fülle von symbolischen Motiven bezeugt wird:


  • Die drei Jungfrauen Einbede, Warbede, Willibede (S. 228)
  • Die zwei Alaisiagen („Allrechtsprechende“ bzw. „Allrechtseherinnen“) Beda und Fimmila-Fimmilena und der Heilbringer mit dem Schwan (S. 245)
  • Die weise und weiße Frau und die Asega (Gesetzessprecher) auf mittelalterlichen Wappen (S. 245)
  • Die weise und weiße Frau mit dem Lebensgefäß auf friesischen Jahrkuchen des 18. Jahrhunderts, auf Wappen mit drei bzw. sechs Ilgen sowie als Skulpturen mit Ilge und Sonne bzw. Sonnenring (S. 225f)
  • Berchta-Holda, Frau Harke und die Weihenacht / Mütternacht (S. 225)
  • Die Jungfrau im Turm in unseren Märchen als verklinge Überlieferung der Mütterkultur (S. 242)


Den Frauenbergen widmet er 1972 eigens eine Denkschrift, in dem er eingangs festhält:

„Der Frauenberg bei Cappel, Kreis Marburg, ist einer der über hundert Frauenberge, Mägden-, Jungfern- usw. -berge, -burgen, -steine des deutschen Sprach- und Volksgebietes. Diese Frauenberge gehören, was ihre Entstehung und Blütezeit betrifft, einem bestimmten großen Zeitraum des Abendlandes an, der das Großsteingräber- und Felsbilderzeitalter von der jüngeren Steinzeit bis zum Ausklang in der germanischen Völkerwanderungszeit umfaßt. Über die Geschichte und Bedeutung dieser »Frauenberge« ist nichts bekannt. Daß darüber nichts bekannt ist, nicht einmal der Versuch unternommen ist, der Frage der »Frauenberge« näher zu treten, hat einen zweifachen Grund. Der erstere ist psychologischer Art: in einem noch immer ausschließlich männlich-ideologisch ausgerichteten System der Wissenschaften konnte der Frage einer anscheinend gehobenen Sonderstellung der Frau auf religiösen, kultischem, sozialen Gebiet keine geschichtliche Bedeutung und Wichtigkeit beigemessen werden. Und der zweite Grund war, daß die »Frauenberge« dem sogenannten »vorgeschichtlichen« Zeitalter angehören, d.h. daß es keine Geschichtsquellen, schriftliche Überlieferungen (Inschriften, Berichte) über sie gibt. Daß es doch eine schriftliche Überlieferung über sie gab und gibt, keine buchstabenschriftliche, aber eine symbolschriftliche, davon hatten und haben die bisher zuständigen Fachwissenschaften bis heute keine Ahnung: weder die Vorgeschichtler, noch die Volkskundler, Germanisten, Religionshistoriker, Mythologen usw.“

Die Lichttürme in der Chronik waren Frauentürme; entsprechend verweist Wirth auf die späteren Frauenberge, die auch einst mit Lichttürmen bebaut waren.

Es würde hier den Rahmen sprengen, nur eine Übersicht seiner fast 60 jährigen Forschungstätigkeit zur Vorgeschichte und zur Ura-Linda-Chronik zu geben. In seiner Gesamtheit ist das Wirken und Werk Herman Wirths von den meisten seiner Forschungskollegen bis heute weder überblickt, noch erkannt worden. Hinzu kommt, daß sich in seinem Nachlaß noch etwa 130 unveröffentlichte Manuskripte und Projekte aus dem Zeitraum zwischen 1907 bis 1981 befinden.

Um mit den Worten Wirths selbst zu schließen: „Von der Nordsee über die Pyrenäenhalbinsel, Sardinien, Apulien und Italien, Kreta, Kypros und Hellas verfolgten wir diese Lichtspur der weisen und weißen Frauen und ihrer Lehre vom Weltengeist, der sich in Zeit und Raum, in der ewigen Erneuerung alles Daseins, in dem All-Eins-mit-Gott-sein, offenbart habe. Das ist die unvergängliche Größe der Botschaft des Nordens an die Welt gewesen, seine Frau, die Seherin und Nothelferin, die Volksmutter. Und so zeugen es die Weiheinschriften der Matronensteine : Matres Italae Germanae Gallae Britanniae den »Müttern Italiens, Germaniens, Galliens, Britanniens« und Matribus meis Germanis »meinen germanischen Müttern«.“


1934


Strandlinienforschung


Edmund Kiß veröffentlicht die Ergebnisse seiner Strandlinienforschungen in seinem Werk Die kosmischen Ursachen der Völkerwanderungen, in dem er ein ganzes, abschließendes Kapitel der frisch gedruckten Übersetzung der ULC Herman Wirths widmet. Mit seinen Befunden der Strandlienienforschung und der These von der Ausrundung des Mondes Luna bestätigt er im Wesentlichen die Erdbeben-, Sintflut- und Vulkanausbruchskatastrophe von 2200 v. Chr.


1998


Versank die Fryas-Kultur in der Nordsee?


Herman Wirth machte bereits 1933 auf die unterseeischen Wälder an Küsten von Südengland aufmerksam, wonach Heinz B. Maass 1998 weitere Befunde dieser Art sowie von Gräbern, Steinkreisen u. ä. unter Wasser übersichtlich dokumentierte:

Wirth 1933: „Und nur die submerged forests, die »untergegangenen Wälder«, deren Spuren unter dem Meeresspiegel sich namentlich an den Küsten von Lancashire, Cheshire, Somerset, Devonshire (Barnstaple, Torbay), an der Themsemündung, in Essex und weiter bis Holderness in der jüngsten Zeit entdeckt wurden, bestätigen die einzig dastehende Kunde der Ura-Linda-Chronik von den beiden »argen Zeiten«.“

Maass 1998: „Dieses Verhalten von Germanen und Kelten, auch deren gleiche Götter und gleiche Mythen, dazu gleiches Aussehen und gleiche Eigenart, wie es die Griechen und Römer berichten, dann die lebenslange Arbeit Jürgen Spanuths über das in der Nordsee versunkene Bernsteinland Atlantis und nicht zuletzt die nachfolgend aufgezählten Tatsachen, führen dazu, die gemeinsame Heimat von Kelten und Germanen in der einst trockenen Nordsee zu suchen:

1. Ein neuer Fund von zwei jungsteinzeitlichen Großsteingräbern in Heveskes Kloster bei Delfzijl am Dollart liegt mehrere Meter unter der heutigen Marschoberfläche auf dem Geestuntergrund (lt. Behre, Wilhelmshaven: 2500 v.d.Zw., Trichterbecherzeit, 2,80 m unter NN; auch Behre, Meeresspiegelbewegungen und Siedlungsgeschichte in den Nordseemarschen).

2. Beim Hafenbau in Husum fand man tief unter dem Niveau des jetzigen Meeres die Reste eines untermeerischen Waldes mit einem Grabhügel, der Feuersteingeräte enthielt, also aus der Steinzeit. Der Mensch ist Zeuge jener Senkung gewesen. An der Westküste Schleswig-Holsteins werden unterseeische Wälder und Torfmoore teils unter dem Marschboden der Küste, teils auch in dem Wattenmeere zwischen den friesischen Inseln und der Küste gefunden. Bei Friedrichstadt, bei Föhr, Sylt, Fanö sind versunkene Wälder bekannt. Bei Romö wurzelten die Fichten noch auf dem Meeresboden. Das Gebiet der Senkung war ein ausgedehntes. An der Ostküste Englands – auch an der West- und Südwestseite – und Schottlands, in Nordfrankreich, in Holland, an der hannöverschen Küste hat man versunkene Moore und Wälder gefunden. (Nach E. Tittel, Die natürlichen Veränderungen Helgolands).

3. Auf Sylt bei Archsum, Morsum und Keitum liegen Steingräber im Watt (Kersten/La Baume, Vorgeschichte der nordfriesischen Inseln).

4. Im Holbaekfjord-Bramsnaesvig, Zipfeln des Isefjord auf Seeland, ist nach der Seekarte das Steingrab “Dronningedisse” sechzig Zentimeter unter der Oberfläche des Wassers zu peilen.

5. Am Rande von Dartmoor, Devon, in England, wurde vor einiger Zeit das zweite “Stonehenge” entdeckt, das etwa 1000 Jahre älter sein soll - 3000 Jahre vor der Zeitenwende - und nur wegen des stark zurückgegangenen Wasserstandes eines kleinen Gewässers bei außergewöhnlicher Dürre gefunden werden konnte.

6. Der geologisch untersuchte Untergrund weit draußen – 18 Seemeilen nördlich von Helgoland wurde gemessen – vor Jütland und vor der Nordseeküste von Schleswig- Holstein stellt sich bei neueren Messungen immer mehr als eine von der See zerstörte alte Moränenlandschaft heraus, die – ähnlich wie die Kliffkante in Sylt abbricht – endgültig untergegangen ist. (Siehe: “Steingründe” in der deutschen Fischereikarte!)

7. Der ausgefahrene „Weg nach Helgoland“, der auf Amrum sichtbar ist, wenn er nicht von einer Düne zugeweht ist (Kersten/La Baume, Vorgeschichte der nordfriesischen Inseln.).

8. Die vom Fischer Wohld aus St. Peter-Ording auf der Sandbank „Hitze“ aufgesammelten, nach Winterstürmen 1960 dort angespülten Bernsteinperlen aus vorgeschichtlichen Gräbern, die Horst Buchholz in seinem Büchlein „Bernstein - das Gold des Nordens“ auf S.5 an führt.

9. Ein im Fernsehen 1994 gebrachter Film über Atlantis; der einen verlorenen Jürgen Spanuth auf Helgoland zeigte und gleich hinterher ungewollt den Beweis, daß der Recht hat: Den gab einer der beiden gezeigten Steinkreise auf der Insel „Er Lannic“ bei Vannes in der Bretagne – wo die keltischen Veneter lebten – der bei Flut zu Dreivierteln im Wasser liegt. Werner Hülle sagt in „Steinmale der Bretagne“: Man hat berechnet, daß der Wasserspiegel seit Errichtung dieses Steinkreises um 7 m gestiegen sein muß (S.67). Eine Steinallee bei St. Pierre-Quiberon in der Bretagne verläuft auch ins Wasser hinein, man kann bei Ebbe deutlich eine Anzahl von Menhiren im Wasser erkennen, die einst offensichtlich die Steinreihe auf Land fortsetzten (S.66).

10. In der Nähe von Helgoland fand das deutsche Forschungsschiff „Meta“ in 30 m Wassertiefe in einer Schlickbank zwei Hünengräber, Wohnbaureste, Grabbeigaben, Handwerkszeug und andere Gebrauchsgegenstände aus dem dritten und zweiten Jahrtausend vor der Zeitenwende. Das meldete am 15. September 1951 das „Hamburger Echo“.“


2009


Steinzeit-Holzrad (mit Gradleiste)


„In einem Moor bei Olzreute tauchten sie auf: Rund 5000 Jahre Räder aus Holz. Eine Sensation, da man bis dahin glaubte, das Rad sei von den Sumerern erfunden worden.“ Gemeint ist das Bad Schussenrieder Moor, Baden-Württemberg. (Zitat aus SWR-Dokumentation „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit“, 2018)

Das bislang älteste Rad der Welt wurde 2012 im Laibacher Moor (Ljubljansko barje) in Slowenien gefunden, das etwas 80 km vom Mittelmeer (Golf von Triest) entfernt liegt. Ein Team von Archäologen fand ein Holzrad mit Achse, dessen Alter auf 5200 Jahre geschätzt wird. Das fünf Zentimeter dicke Rad ist aus Eschen- und Eichenholz gebaut, hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern und wurde zusammen mit einer 1,20 Meter langen Achse gefunden.


2010


Der »Burckle Impact«:

Weltweit gefundene Kometeneinschläge um 2200 v. Chr.


Alewyn J. Raubenheimer macht in seinem Forschungswerk zu den OLH Chronicles from Pre-Celtic Europe u. a. auf wissenschaftliche Beweise für einen weltweit beobachteten Kometeneinschlag um 2200 v. Chr. (in der Fachwelt „Burckle Impact“, „Burckle Crater“, „Burckle Impact Crater“ oder auch „Flood Comet“ genannt) aufmerksam und liefert damit ungewollt die entscheidende Ergänzung zu Harm Menkens’ Swift-Tuttle-Kometenbeweis. Raubenheimer konnte nicht beweisen, welcher Komet es war, jedoch die Spuren seiner Einschläge. Bei Menkens war es genau umgekehrt. So ergänzen sich beide Werke wie zwei perfekt zueinander passende Puzzleteile.

„Im Folgenden finden Sie nur einige zufällig ausgewählte wissenschaftliche Artikel über globale Überschwemmungen, die vor etwa 4200 Jahren stattfanden. Bitte beachten Sie, daß es viel mehr Beweise für dieses Ereignis und für viele andere Paläotsunamis gibt. Das Ziel dieser Untersuchung ist jedoch lediglich zu zeigen, daß es genügend Beweise gibt, um die Behauptung des Oera-Linda-Buches von einer Katastrophe im Jahr 2193 v. Chr. zu unterstützen. Keiner dieser Beweise war im 19. Jahrhundert verfügbar.“

China:

 „Die Ergebnisse zeigen, daß aufeinanderfolgende Überschwemmungen zwischen 2300 und 2000 v. Chr. in Verbindung mit dem abrupten Klimaereignis von 2200 v. Chr. auftraten. Diese Überschwemmungen hatten die Flußufersiedlung immer wieder überflutet. Das Klimaereignis von 2200 v. Chr. und der klimatische Rückgang um 1100 v. Chr. waren zuvor vermutlich durch Dürren gekennzeichnet. Diese Arbeit liefert solide Beweise dafür, daß sowohl schwere Dürren als auch extreme Überschwemmungen Teil der klimatischen Variabilität während des abrupten Klimaereignisses und des klimatischen Rückgangs in den semi-ariden bis subhumiden Zonen auf der ganzen Welt waren.“

(Quelle: Chun Chang Huang u.a.: Extraordinary floods related to the climatic event at 4200 a BP on the Qishuihe River. Shaanxi Normal University, China, 2010)

Nordafrika:

„Die wohl überzeugendsten Beweise für das 4200 Jahre vor unserer Zeitrechnung liegende Ereignis finden sich in Nordafrika und in der Sahara-Wüste. Archäologen und Paläoklimatologen haben festgestellt, daß Nordafrika vor mehr als 4500 Jahren aus Grasland, Dornbuschsavannen und den größten Süßwasserseen der Erde bestand. Der Megafazzan-See und der Mega-Tschad-See waren von der Größe her vergleichbar mit Großbritannien bzw. dem Schwarzen Meer. In der Region wimmelte es von Wildtieren.
Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in Deutschland unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Claussen hat Klimarückkopplungen der letzten Jahrtausende analysiert, wie ScienceDaily berichtet:

  • Vor dieser Zeit war die Sahara von einjährigen Gräsern und niedrigen Sträuchern bedeckt, wie versteinerte Pollen belegen.
  • Der Übergang zum heutigen trockenen Klima erfolgte nicht schrittweise, sondern in zwei spezifischen Episoden. Die erste, die weniger streng war, ereignete sich zwischen 6.700 und 5.500 Jahren vor heute. Die zweite, die brutaler war, fand vor 4.000 bis 3.600 Jahren statt. Laut Kohlenstoff-14-Datierung stiegen die Sommertemperaturen stark an, und die Niederschläge nahmen ab. Dieses Ereignis zerstörte die antiken Zivilisationen und ihre sozioökonomischen Systeme.
  • Der Wechsel vor dem Klima des mittleren Holozäns zu dem von heute wurde durch Veränderungen der Erdumlaufbahn und der Neigung der Erdachse ausgelöst.“


(Quelle: Claussen u.a.: Sahara's Abrupt Desertification Started By Changes in Earth's Orbit, Accelerated By Atmospheric and Vegetation Feedbacks. ScienceDaily, Washington, 12. Juli, 1999.)

Vergleiche dazu den Bericht aus der OLH (Menkens S. 80, Wirth S. 45): „Die Sonne stieg höher und es gab selten Frost.“ Die Beobachtung, daß die Sonne höher stieg, ist ein deutlicher Hinweis darauf, daß sich die Ausrichtung der Erde relativ zur Sonne nach der Katastrophe verändert hatte.

Karibik:

„Es lassen sich drei extreme Einschläge mit unterschiedlichen Größenordnungen deutlich unterscheiden. Das jüngste Ereignis ereignete sich um ca. 500 v. Chr., ein zweites Ereignis um 1.100 v. Chr. und das älteste um 2.200 v. Chr. (Scheffers, 2002; Scheffers et al 2006).“

(Quelle: Scheffers u.a.: Tsunamis, hurricanes, the demise of coral reefs and shifts in pre-historic human populations in the Caribbean. Quaternary International, Vol. 195, 15. Februar 2009, S. 69-87)

Niederlande:

„In der Nähe von Delfzijl (Niederlande) errichteten neolithische Siedler um 3350 v. Chr. ein Megalith-Kammergrab. Nach 2200 v. Chr. verschwand die Stätte unter mehreren Metern Lehm und Torf.“

(Quelle: Otto S. Knottnerus: Sea Level Rise as a Threat to Cultural Heritage. In: Wadden Sea Newsletter 2000 (Nr. 2))

Vergleiche dazu den Bericht aus der OLH (Menkens S. 86, Wirth S. 47): „Flüsse änderten ihren Lauf, und an ihren Mündungen bildeten sich neue Inseln aus Sand und treibendem Vieh.“

Spanien:

„Darauf folgte eine erneute Phase der Instabilität (2200-2100 v. Chr.), die durch das Vorhandensein feiner sturmgeprägter Ablagerungen und dickerer, wahrscheinlich tsunami-induzierter Schiefer-ablagerungen angezeigt wird.“

(Quelle: Francisco Ruiz u.a.: Evidence of high-energy events in the geological record: Mid-Holocene evolution of the south-western Donana National Park. (SW Spain) In: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, Vol. 229, Issue 3, 20. Dezember 2005, S. 212-229)

Sri Lanka:

„Das jüngste Tsunami-Ereignis vor 2004 fand wahrscheinlich um 1000 Jahre n. Chr. statt, die älteren Ereignisse um 2200 Jahre und 4900 Jahre v. Chr. Die Ereignisse um 2200 und 2900 Jahre v. Chr. wurden in mehreren Bohrkernen aus Kirind und Vakarai sowie in Bohrkernen aus Hambantota von Jackson (2008) aufgezeichnet.“

(Quelle: Ranasinghage, P. N u.a.: Signatures of Paleo-coastal Hazards in Back-barrier Environments of Eastern and South-eastern Sri Lanka. In: The Smithsonian/NASA Astrophysics Data System: American Geophysical Union, Fall Meeting 2010, abstract #NH21A-1397)

Dazu ergänzend:

  • Der Übergang von der Jungsteinzeit bzw. Kupfersteinzeit zur Bronzezeit wird auf das Jahr 2200 v. Chr. datiert
  • „In Griechenland scheint in Siedlungen ein einheitlicher Brandhorizont, der auf die Zeit um 2200 v. Chr. datiert wird, auf eine gewaltsame Übernahme von Land und Herrschaft durch die Indoeuropäer hinzudeuten, aus der die frühen Griechen, genannt Achäer, und die mykenische Kultur hervorgingen, die ab 1600 v. Chr. einsetzte. Auch in Troja ist dieser Brandhorizont um 2200 v. Chr. nachweisbar, kurze Zeit später errichteten die Hethiter ihr zentralanatolisches Reich.“ (Reinhard Pohanka: Die Urgeschichte Europas. Wiesbaden 2016, S. 123)
  • Letzteres deckt sich auch mit Heinrich Schliemanns Ausgrabungen Trojas und der Datierung der verschiedenen Schichten, die er entdeckte. Den Übergang von Troja-Schicht II zu Troja-Schicht III setzt er um das Jahr 2200 v. Chr. an.


2011


Internetpionier


Der Westfriese Jan Ott versucht ab dem Jahr 2011 das Oera Linda-Buch durch das Internet publik zu machen, zuerst über Youtube-Videos, dann über einen Blog. Darauf betreibt er fachliche Forumsdiskussionen und veröffentlicht englische Übersetzungen und Transkripte von niederländischen und deutschen Quellen sowie Sprachstudien. Er betreibt Ahnenforschung über die Familie Over de Linden und gibt der Forschung damit zum ersten Mal einen Überblick über die Verwandtschaftsverhältnisse und heute noch lebender Nachfahren durch Stammbäume, Urkunden u. ä.
2016 und 2018 gibt er lange Interviews über die Oera Linda bei Red Ice-Radio.
2020 gründet er die „Oera Linda Foundation“ (Oera Linda-Stiftung). Außerdem wirkt er an einer 3-stündigen Videoserie über die Oera Linda von Asha Logos mit.
Auf Grundlage seiner jahrelangen Sprachstudien übersetzt er die OLH komplett neu ins Englische. Der Titel dieses Werkes lautet „Codex Oera Linda - English edition“ und erscheint im Juli 2021 in einer Auflage von 500 Exemplaren, gebunden in Halbleinen mit Farbfotos aller Handschriftenblätter.


2013


Der Swift/Tuttle-Komet


Nach 40-jähriger Forschungsarbeit beweist Dipl.-Ing. Kapt. Harm Menkens mathematisch, daß es sich bei der Naturkatastrophe von 2193 v. Chr. nur um den Swift/Tuttle-Kometen handeln kann. Seine Forschungen über ein noch älteres Marseille vor 600 v. Chr. werden später durch Ausgrabungsbefunde Ingrid Sénéparts bestätigt (Sénépart 2016, 2017). Sein weiterer Verdienst war die Entdeckung mehrerer Fachbücher (Raubenheimer, Hachmann u.a., Braasch) und –artikel (Stanislawski, Bruhns), die sein Werk nicht nur ergänzen, sondern die OLH vor allem inhaltlich bestätigen.


2015


Steinzeit-Fachwerk (und steinerner Turm?)


In Polch (Rheinland-Pfalz) werden Überreste eines Siedlungsplatzes der bandkeramischen Kultur (Ende 6. bis Anfang 5. Jahrtausend v. Chr.) aus der frühen Jungsteinzeit gefunden. Eine Rekonstruktion eines solchen jungsteinzeitlichen Fachwerkhauses zeigt z. B. die SWR-Dokumentation „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit“ von 2018. Zu sehen ist hier auch der Grundriss eines möglicherweise steinernen runden Turms.



Die DNA von Briten und Friesen sind nahezu identisch


„Am University College London haben der Genetikprofessor Mark Thomas und sein Team eine Untersuchung der DNA auf den britischen Inseln durchgeführt. … Er entdeckte, dass es eine ungewöhnlich hohe Ähnlichkeit zwischen der DNA aus Großbritannien und Teilen von Holland gab. Innerhalb Englands sahen alle Städte sehr ähnlich aus, aber anders als die walisischen Städte. Und das zweite, noch bemerkenswertere Merkmal war die unglaubliche Ähnlichkeit zwischen den englischen Städten, genetisch, und den Friesen. In der Tat konnten wir statistisch keinen Unterschied zwischen ihnen feststellen. Dies deutet darauf hin, dass das einheimische britische Y-Chromosom irgendwann in der Geschichte mit dem von Menschen aus Nordeuropa vermischt wurde.“
„… ein anderes Team von Genetikern in derselben Abteilung wie Mark … stellte … fest, daß es nicht möglich ist, zwischen dem genetischen Einfluß der Angelsachsen und dem der Wikinger, die im 8. und 9. Jahrhundert definitiv in Großbritannien einfielen, zu unterscheiden.“ (Quelle: BBC-Dokumentation von 2015: The Anglo Saxon Invasion – History of Britain)


2017


Die erste phönizische DNA ist europäisch – Karthago eine Staatsgründung von Europäern


„Traditionelle historische Berichte, die behaupten, daß die Phönizier alle semitisch waren, sind mit den Nachrichten auf den Kopf gestellt worden, daß uralte DNA, entnommen aus einem 2.500 Jahre alten phönizischen Skelett eindeutig/unzweifelhaft europäische rassische Ursprünge gezeigt hat. Die Studie ergab, daß die DNA des berühmten ‚Jungen Mannes von Bursa’ eine extrem seltene war – und ausschließlich europäische Marker – und daß dies das kaum glaubhafte Ergebnis intensiver Beimischung [engl.: admixture] von Europäern ist. Prof. Matisoo-Smith’s Team gewann die DNA aus dem Skelett, das 1994 in einem Grab in Karthago, Tunesien, gefunden wurde. Es ist die allererste uralte DNA, die aus phönizischen Überresten gewonnen werden konnte.“

(Quelle: Matisoo-Smith EA, Gosling AL, Boocock J, Kardailsky O, Kurumilian Y, Roudesli-Chebbi S, et al.: A European Mitochondrial Haplotype Identified in Ancient Phoenician Remains from Carthage, North Africa. 2016, PLoS ONE 11(5): e0155046. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0155046. Übersetzung durch Menkens 2017.)


2018


Das erste Fryas-Wörterbuch


stellt Adel Brost (Pseudonym) der Forschung in digitaler Form zur freien Verfügung. Es kann nun in beide Richtungen nachgeschlagen werden: Frya-Deutsch und Deutsch-Frya.


2020


Arbeitsgrundlagen für die Forschung


Roland Wallis sammelt und digitalisiert – ergänzend zu Jan Ott – deutsche Artikel und Bücher zur OLH, die durchsuchbar und kopierbar sind. Zudem widmet er sich der Quellenrecherche: Er sichtet und digitalisiert brauchbare weiterführende Literatur, die direkt oder indirekt mit der Kultur der Fryas in Verbindung steht.
Für die 3. Auflage von Harm Menkens’ textkritischer Übersetzung der OLH erstellt er Verzeichnisse aller darin vorkommenden Personen, Orte, Stämme, Sippen und Völker, wie auch ein Stichwortverzeichnis. Um dem Inhalt der Handschriften besser folgen zu können, gibt er den Lesern eine chronologische Leseempfehlung der Berichte als auch eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse an die Hand. Schließlich erstellt er aus Menkens’ gefundenen Abweichungen zwischen Ottemas Transliteration und den Handschriften in Leeuwarden eine übersichtliche Darstellung für einen textkritischen Vergleich. All diese Listen finden sich auf twiskland.de.


2021


Archäologische Spurensuche


Tim von Lindenau nimmt sich der archäologischen Suche an. Anhand der Architektur, künstlerischer und kultureller Hinterlassenschaften forscht er nach allem Greifbaren, das uns die Fryas hinterließen. Was er innerhalb kurzer Zeit zu Tage fördert ist erstaunlich: „Die Hinterlassenschaften der Fryas scheinen überall um uns herum auf ihre Stunde zu warten.“

„Eine der ersten Fragen, die sich mir stellten, war, ob die Ur-Mütter die Fryas in irgendeiner Form geschichtlich überliefert seien könnten. Obwohl es zunächst so aussah, dass es hier keinerlei Verbindungen zur bekannten Geschichte gibt, stieß ich auf drei Schwestern in der griechischen Mythologie, die in ihren Charaktären fast eindeutig auf die Ur-Mütter Lyda, Finda und Frya deuteten und sogar geografisch eindeutige Bezüge aufbauten, wie Finda, die Mutter von Atland (griechisch Hyperborea) zeigt, da ihre geschichtliche Figur als Hypermestra dem sehr nahe kommt. Auch das Frya als Althaea ein Licht oder Feuer hütet - findet einen auffälligen Bezug zur OLH.“


Burgenkunde

Seine erste Arbeit handelt von der Burgenkunde, welche wissenschaftliche Belege zur steinzeitlichen Erbauung von Burgen sammelt und die Datierung bekannter Anlagen prüft. Lindenau knüpft steinzeitliche Verbindungen zu anscheinend mittelalterlichen Burgen, Fachwerk- und Pfahlbauten und findet in Forschung und Technik handfeste Argumente zur Neu-Überprüfung ihrer Herkunft. (Quelle: https://youtu.be/AfteWgFNeAs)

Wraldas Rad

Auch Lindenaus anfängliche Deutung und Erforschung der Julrads (Wraldas Rad) stützt die OLH, da beinahe überall in Europa Talismänner des Symbols ausgegraben werden – allerdings ohne sie den Fryas zuzuordnen. Das Julrad findet sich auf Siegeln, Wappen, auf Möbel und historischen Gebäuden. „In Europa soll das sechsspeichige Rad vor zwei bis dreihundert Jahren „Schmuck“ gewesen sein, was zu bezweifeln ist, da man zu dieser Zeit Symbolik noch sehr ernst nahm und peinlichst auf Darstellungen und ihre Bedeutung achtete.“ (Quelle: twiskland.de)

Gemeinsam mit Roland Wallis plant Tim von Lindenau ausgedehnte Forschungsreisen um den alten Friesen näher zu kommen, ihre verbliebenen Spuren digital zu sichern und die Echtheit der OLH auch „im Außen“ zu prüfen. Ihre vorläufigen Ergebnisse finden sich auf twiskland.de. Bislang ist nur ein kleiner Teil ihrer Entdeckungen und Recherchen veröffentlicht, da die ungeahnte Fülle der zu prüfenden Funde schwer zu bewältigen ist.



Europaweite Historie & Sagen

 

Roland Wallis und Tim von Lindenau folgen weitverbreiteten schriftlichen Spuren quer durch Europa und stellen gesichert fest: Europas Sagen und Chronologien erinnern sich an die Fryas. Näheres folgt ..



Quellen:


  • Alexander, P.: Die Ura-Linda-Chronik. http://www.ur-europa.de/forschung/wirth/chronik.php. 2016.
  • Behrens, Hermann: Der Holzpflug von Walle und die älteste Landwirtschaft auf ostfriesischem Boden. 1959. In: Emder Jahrbuch 39.
  • Braasch, Dieter: Pharaonen und Sumerer – Megalithiker aus dem Norden. Grabert, 1997.
  • Bruhns, Annette: Tutanchamun zur See - Schiffswrack von Uluburun (Spiegel Spezial Nr. 3/2006)
  • Hachmann, Rolf; Kossack, Georg; Kuhn, Hans: Völker zwischen Germanen und Kelten. Neumünster, 1962.
  • Kiss, Edmund: Die kosmischen Ursachen der Völkerwanderungen. 1934, Verlag Koehler & Amelang, Leipzig.
  • Köllnische Zeitung vom 14.8.1934: Der älteste Pflug der Welt
  • Krüger, Dennis: Hyperborea. Der Mensch aus dem Norden in der Frühgeschichte. 2018, Bottrop.
  • Menkens, Harm: Die erste phönizische DNA ist europäisch. 2017, Lühe-Verlag (unveröffentlicht, Weltnetz-Fassung unter https://www.adelinde.net/karthago-eine-staatsgruendung-von-europiden/)
  • Menkens, Harm: Die Oera-Linda-Handschriften. 2021, 3. Auflage, Lühe-Verlag, Ingelfingen.
  • Ottema, Jan Gerhardus: Geschiedkundige Aanteekeningen en Ophelderingen bij het thet Oera Linda Bok. (übs. Historische Anmerkungen und Erläuterungen zum Oera Linda-Buch.) 1873, 1878², Verlag H. Kuipers.
  • Ottema, Jan Gerhardus: Thet Oera Linda Bok – naar een Handschrift uit de dertiende Eeuw, Eigendom der Familie over de Linden, aan den Helder. 1872, 1876², Verlag H. Kuipers, Leeuwarden.
  • Raubenheimer, Alewyn J.: Chronicals from Pre-Celtic Europe - Survivors of the Great Tsunami. 2010, 2011², 2014³.
  • Rytz, Walther: Der älteste Pflug der Welt: in Deutschland. 1935. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft, 53. Jg., Nr. 9.
  • Sénépart, Ingrid; Weydert, Nicolas: Le village – les fouilles archeologiques du boulevard Nédelec, Marseille. Memoires Millenaires Editions, 2016.
  • Sénépart, Ingrid: Aux portes de la ville: la manufacture royale des Poudres et Salpêtre de Marseille et le quartier Bernard-du-Bois: genèse d'un quartier industriel. Aix-en-Provence: Publications du Centre Camille Jullian, 2017. Kostenlos online erhältlich unter http://books.openedition.org/pccj/14372.
  • Stanislawski, Piotr: Urslawen waren Germanen. in: Zeitschrift Przekroj, Ausgabe 15/3068 vom 11. April 2004
  • Wiarda, Tileman Dothias: Asega-Buch - ein alt-friesisches Gesetzbuch der Rüstringer. 1805, Verlag F. Nicolai.
  • Wirth, Herman: Die Ura Linda Chronik. 1933, Verlag Koehler & Amelang, Leipzig.
  • Wirth, Herman: Um den Ursinn des Menschseins. 1960, Volkstum-Verlag, Wien.


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